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anderes lernen
Alphabetisierung und Grundbildung in der VG Altenkirchen

Berichte aus dem Verbandsgemeindeblatt

Altenkirchen. Am 19. August informierte das Haus Felsenkeller bei einem Stand auf dem Marktplatz über die Situation von Menschen mit Lese- und Schreib- problemen, unter Anderem durch Stelltafeln mit Auszügen von einigen Biographien. Immer wieder blieben Besucher des Marktes vor den Tafeln  stehen um die Texte zu lesen und nahmen sich auch die Zeit weiteres Informationsmaterial anzuschauen. Ein kleines  Theaterstück zum Thema wurde mit Neugier und Aufmerksamkeit verfolgt.  

Eine Studentin der Uni Siegen, Praktikantin im Haus Felsenkeller, führte an diesem Vormittag kleine Interviews durch, die sie folgendermaßen beschreibt: "Zu Beginn der Aktion habe ich viele Leute ansprechen können, die Zeit hatten und mir gerne auf meine 3 Fragen geantwortet haben." Ihre Fragen lauteten: 1. Was glauben Sie, gibt es Menschen in der Verbandsgemeinde Altenkirchen, die nicht lesen und schreiben können? 2. Was glauben Sie, wie viele Menschen das hier sind? 3. Was glauben Sie, woran das liegt? Bei ca. 60% der Befragten war Offenheit und Verständnis für das Thema vorhanden. Einige schienen sich auch schon intensiver mit dem Thema befasst zu haben. Zusätzlich gab es an diesem Tag die Möglichkeit, in der Bücherei der Evangelischen Kirchengemeinde Leicht-Lese-Literatur anzuschauen und sich im Internet kostenlos über Lese- und Schreib-Lernangebote zu informieren.

Information, Beratung und Anmeldung sind im Haus Felsenkeller unter

02681/986412

montags-freitags von 9 bis 12 Uhr möglich.

Die Aktion war der Auftakt für das Projekt: „Alphabetisierung und Grundbildung in der Verbandsgemeinde Altenkirchen"

Dies ist ein Kooperationsprojekt von anderes lernen - Haus Felsenkeller e.V., dem Verbundprojekt AlBi und der Verbands- gemeinde Altenkirchen, unter der Schirmherrschaft von Stadt- und Verbandsgemeindebürgermeister Heijo Höfer, mit dem Ziel die Öffentlichkeit über die Situation von Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten zu informieren und das Angebot für Lese- und Schreibkurse im Haus Felsenkeller bekannt zu machen.

Nach seinen Eindrücken gefragt, antwortete Heijo Höfer: „Es war beeindruckend für mich zu erleben, wie die Gruppe das Thema durch die schauspielerische Einlage lebendig machte und die Passanten aufmerksam wurden. Und im Gespräch mit einem Betroffenen konnte ich erkennen, wie viel eigenes Engagement erforderlich ist, sich auf den Weg zum Lesen- und Schreiben-Lernen zu machen. Ich weiß jetzt, dass Unterstützung und Hilfe absolut erforderlich sind."



Am 7. September, in der Zeit von 13:30-17 Uhr, fand im Haus Felsenkeller eine Informations- und Sensibilisierungsveranstaltung zum Thema Alphabetisierung und Grundbildung statt.

Dieser Workshop war Teil eines Gesamtprojektes, bei dem es darum geht, die Öffentlichkeit und mögliche Multiplikatoren über Analphabetismus, von dem 6 % der Bevölkerung in Deutschland betroffen sind, zu informieren und zu sensibilisieren. Die 23 Teilnehmenden, ErzieherInnen sowie Verwaltungsangestellte, einschließlich des Bürgermeisters und Schirmherr des Projekts Alphabetisierung und Grundbildung in der Verbandsgemeinde Altenkirchen Herr Höfer, erhielten umfangreiche Informationen.

Es wurde auf vielfältige Ursachen und Hintergründe, welche zu Lese- und Schreibschwierigkeiten führen, hingewiesen. Der nächste Schritt war nun, die Teilnehmenden für Merkmale der Lese- und Rechtschreibschwäche aufmerksam zu machen und diese erkennen zu können. Beispielsweise Ausreden wie:"Ich hab die Brille nicht dabei." und Ähnliches. Danach ergab sich die Frage, ob man selbst Betroffene kennt, und ob man als Schlüsselperson an seiner Arbeitsstelle fungieren kann.

Eine zusätzliche Sensibilisierung für das Thema stellte ein Spiegeltext dar, der eine Faltanleitung zum Basteln eines Hutes enthielt. Dadurch wurde eine Nachahmung der alltäglichen Erfahrungen von Menschen mit Schreib- und Leseschwierigkeiten nachempfunden, sie lesen Wort für Wort ohne aber das Textverständnis zu haben.

Frau Gend, Leiterin des Projekts, beschrieb dann das Kursangebot im Haus Felsenkeller und gab den Hinweis auf die Möglichkeit anzurufen und Informationen und Beratung in Anspruch zu nehmen.

Weiterhin schilderte sie die Unterstützungsleistung des Bildungshauses, durch die Bereitstellung von Räumen und den Einsatz von ehrenamtlicher Arbeit zur Organisation und Durchführung des Angebotes. Sie erläuterte, dass für eine langfristige Umsetzung des Projektes zusätzliche finanzielle Mittel notwendig sind und bat um Verbreitung des Spendenkontos für Alphabetisierung: Kreissparkasse Altenkirchen, BLZ 573 510 30, Konto: 100 071 588.

Hierzu merkte Herr Höfer an, dass er außerdem eine Umschichtung der vorhandenen Mittel für Fortbildungen, in Richtung Grundbildung und Alphabetisierung für sinnvoll hält.

Abschließend erhielten die Teilnehmenden einen Fragebogen mit folgendem Inhalt:  „Sind mir Menschen eingefallen die für einen Kurs in Frage kommen?", „Sind mir Menschen eingefallen, die ich ansprechen möchte?", „Welche Unterstützung brauche ich als MultiplikatorIn?". Anhand der Antworten soll geklärt werden, wie eine weitere Veranstaltung aussehen sollte.

Mit diesen und weiteren Aktionen hoffen die Projektpartner möglichst viele Menschen zu erreichen, die von den Lese- Schreib- und Grund- bildungskursen profitieren können. 

 
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