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zumglük haben Sie Recht

Ja, Sie haben recht: Analphabeten können wir mit diesen Seiten nicht erreichen, denn logisch: sie können die Texte nicht lesen. Also was tun? Es gibt nur eine Lösung. Sie sind gefragt.

 

Für die meisten Erwachsenen ist es schwierig, erneut mit dem Lernen zu beginnen. Das gilt besonders für erwachsene Analphabeten. Nur selten machen sie ihre Lese- und Schreibschwäche von sich aus öffentlich. In den meisten Fällen bedarf es eines Anstoßes von außen: von Angehörigen, Freunden und guten Bekannten. Sie benötigen ein unterstützendes Umfeld und viel Ermutigung. Doch die entscheidende Frage stellt sich schon viel früher: Wie erkenne ich einen Analphabeten? (Der folgende Text wurde dem Alphaportal Rheinland-Pfalz entnommen)

"An Ihrem Verhalten sowie der Art und Weise, zu sprechen und zu schreiben, kann man funktionale Analphabetinnen und Analphabeten erkennen. Das Verhalten ist durch sogenannte Vermeidung, das Delegieren von Schreibanforderungen und das Erfinden von Ausreden gekennzeichnet. Erkennbare Sprach- und Schriftsprachprobleme sowie eine verminderte sprachliche Ausdrucksfähigkeit ergänzen das Bild eines funktionalen Analphabeten.

Die Handreichung "Menschen, die nicht lesen und schreiben können" , die im Rahmen des Projektes "PASS alpha – Pro Alphabetisierung. Wege in Sachsen, 2008" entwickelt wurde, definiert genauer, wie man Analphabetinnen und Analphabeten erkennen kann:

Unsichere Situationen vermeiden:

  • Informationsveranstaltungen werden nicht besucht.
  • Beförderungen werden ausgeschlagen.
  • Einfache oder auch lukrativ erscheinende Aufgaben werden nicht übernommen.
  • Schriftlich zu erbringende Unterlagen und Nachweise fehlen.

Schreibanforderungen an Vertraute und Fremde delegieren:

  • "Machen Sie das doch gleich mal."
  • "Sie können das besser."
  • "Das Formular nehme ich mit, ich mache das zu Hause."
  • "Den Arbeitsnachweis schreibe ich zu Hause."

Über Schwierigkeiten hinwegtäuschen:

  • Sie zeigen den Behördenbrief und fragen: "Wo muss ich da hin?" oder "Was mache ich damit?"
  • "Ich habe meine Brille vergessen." oder "Ich habe meine Hand verletzt."
  • "Meine Bewerbung ist doch noch aktuell".
  • "Die Schrift ist zu klein. Ich kann das nicht lesen."

Nichtverstehen schriftlicher Informationen:

  • Schriftlich erteilten Aufforderungen, Einladungen (z.B. per Post) wird keine Folge geleistet.
  • Schriftliche Aufgabenstellungen werden nicht verstanden.
  • Den Inhalt eines vorgelegten Textes können Menschen nicht wiedergeben oder sich darüber nicht austauschen.

Lese- und Schreibtechniken:

  • Menschen haben motorische Schwierigkeiten beim Schreiben.
  • Unterschriften sind gemalt und entsprechen nicht dem übrigen Schreibstil.
  • Die Arbeit an Texten, das Lesen und Schreiben wird nur sehr ungern ausgeführt. Beim Ausfüllen von Formularen wird Hilfe benötigt.
  • In Schriftstücken gibt es sehr viele orthografische Fehler bis hin zu einer selbst entwickelten Schrift.

Sprachliche Ausdrucksfähigkeit:

Funktionale Analphabeten drücken sich tendenziell einfach und monoton aus:

  • Sie bilden kurze Sätze.
  • Sie benutzen kaum Wörter zur chronologischen Einordnung (z. B. davor, danach, vorher).
  • Sie beschreiben Situationen und Erlebnisse kaum plastisch und wenig reflektiert."